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Lichtertanz

 

Als ich mein Gesicht der heißen Augustsonne zuwende und die Augen schließe, fühle ich noch intensiver, wie die heiße Mittagsonne auf meinen Wangen brennt. Dass ich mir einen wenig aparten Sonnenbrand auf der Nase einfangen werde, interessiert mich in diesem Moment nicht allzu sehr. Hinter meinen geschlossenen Augen beginnt das bunte Farben- und Lichtspiel, das ich liebe, seit ich es als Kind entdeckt hatte.
Schon damals liebte ich es, den Farben und Formen, die sich hinter meinen Lidern bildeten, zu folgen.

Je mehr ich die Augen zukneife, umso mehr verändert sich die Farbe. Wenn ich mich direkt der Sonne zuwende, zerschmilzt kräftiges Orangerot zu feuerroter Lava, die sich mit sonnenblumengelben Streifen vermischt. Zusammen verwandeln sie sich in tanzende Spiralen. Ein wenig erinnert es mich an den kakaohaltigen dunklen Teig, den ich mit einer Gabel immer spielerisch langsam in den hellen Kuchenteig einrühre, damit der Kuchen später fein marmoriert gemustert ist.
Fast scheint es, als würden diese gelborangeroten Farbwirbel sich immer wieder nähern und entfernen. Wenn ich den Kopf etwas von der Sonne weg drehe, verlieren die Farben sofort an Leuchtkraft. Die verschiedenen Muster verformen sich pausenlos, schwächen sich ab und verschwinden dann völlig, um anderen, neuen Mustern Platz zu machen.

Eine Weile gebe ich mich diesem Farbenspiel hin, während mich unzählige Grillen, die Männchen nur, -natürlich-, mit ihrem Gezirpe auf ihre Begattungsbereitschaft aufmerksam machen wollen.
Ganz schön laut dieser Lockgesang, denke ich. Vielfältige Natur – eine Art der Lebewesen ist vorher deutlich zu hören…, andere erst währenddessen… und bei Erfolg geht der Radau eigentlich erst später richtig los, sinniere ich schmunzelnd.

Ein leichter Lufthauch streichelt meine erhitzten Wangen, bestimmt bin ich schon krebsrot im Gesicht geworden, überlege ich. Plötzlich nehme ich leises Plätschern im Wasser wahr. Ich höre, wie sich kurz aufeinanderfolgende kleine Wellen vor mir brechen. Fast kann ich die kühlenden Wassertropfen auf meiner sonnengebräunten Haut fühlen, so, als würde ich meine Hände oder Füße ins erfrischende Wasser hineintauchen. Ich atme die heiße, nach Meer riechende Luft tief ein und träume den zahllosen Booten mit ihren leuchtendweißen Segeln hinterher.
Das Plätschern des Wassers wird lauter und irgendwo brechen sich nun die Wellen in noch kürzeren Abständen. Als sich das Rauschen des Wassers mit leisem monotonem Motorentuckern vermischt, – sicher ein Fischerboot mit fangfrischen Seefischen -, öffne ich verträumt die Augen.

Toktok toktok toktok toktok… mit meterhoch gestapelten Schrottteilen und zusammengepressten aufgetürmten Schrottautos passiert gerade vollbeladen ein Gütermotorschiff mit leisem Tuckern meine Lieblingsstelle am Fluss.

 

3.9.12 23:10

Letzte Einträge: Mit von allen Sinnen, Neuland, Eingeschlichen., Nur gefühlt.

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